Der Tag an dem ich mir meine ersten Leggings kaufte

Es passierte aus Gewohnheit, Markentreue und mangelndem Nachdenken. Und das mir!

Seit ich ausgewachsen bin darf ich mich über gleichbleibende Körperproportionen freuen (die Phasen bis meine Kinder das Licht der Welt erblickten mal ausgenommen, da habe ich freudig mitgegessen). So konnte ich bei meiner Lieblingsmarke dreissig Jahre Jeans in der Größe W32 L34 kaufen ohne sie anzuprobieren. Wichtig waren mir dabei aber immer die Knöpfe. Warum?

Jeder der schonmal überhastet aufstehen musste um zum Beispiel einen Kurier noch an der eigenen Haustür zu stellen und sich dabei auf dem Weg schnell eine Jeans übergeworfen hat weiss, dass Knöpfe fehlertoleranter als Reissverschlüsse sind.

Über die Jahre wurde es schwieriger Jeans mit Knöpfen meiner Marke zu bekommen, aber heutzutage lassen sich die Ankunftszeiten von Paketboten ja auch besser planen, ich konnte den Verlust verschmerzen.

Letzten Herbst war es dann aber wieder soweit, neue Jeans mussten her, ich hatte die Lagerbestände meiner Lieblingsmarke bereits aufgekauft und so besuchte ich Geschäfte, schließlich den online Store und musste mir eingestehen, dass es keine Baumwolljeans mehr gibt! Selbst für Männer gab es plötzlich nur noch Jeans mit Elasten (aka Plastik)-Anteil.

Ich wollte aber gar keine Leggings! Ich schwöre! In der Not, ich wollte die Marke nicht wechseln bin ich den Weg mitgegangen hab mir die „Jeans“ gekauft.

Bequem, irgendwie schon. Ein erster Ausflug in den Wald, ging in die Hocke um zu fotografieren, da war ein Ästchen. Mein dünnhäutiger Allerwertester nahm keinen Schaden, wohl aber wurde die Leggings perforiert. Konnte das Loch mit noch mehr Plastik verkleben.

Wenig später löste sich die mit Fachwissen optimierte Jeans dann aber wirklich einfach auf und das obwohl ich sie nie übermässig strapaziert hatte. Diese Dehnung liess sich nicht mehr reparieren. Futsch waren € 120.- in zwei Monaten. Wozu taugt das Baumwolle-Plastik Gemisch jetzt noch?

Die Geschirrtücher sind aus recycelter Baumwolle (ohne Plastikanteil) hergestellt.

Wir, die Kinder und ich haben uns im letzten Jahr auf die Fahnen geschrieben weniger Müll zu produzieren, zu konsumieren. Wir machen unseren Joghurt seit ein paar Monaten erfolgreich und delikat selbst. Haben unsere Einkaufsgewohnheiten umgestellt um Verpackung einzusparen, Geschmack und lokale Einkäufe zu fördern.

Alles macht Spaß, bringt tolle Erlebnisse und schont die Umwelt. Und ich habe mir eine Plastikhose gekauft! Ich war im Fachgeschäft (schätze ich sehr) und meine Verkäuferin meinte es gäbe da noch eine Jeans, 100% Baumwolle. Ich konnte mein Glück nicht fassen, die Hose hat Knöpfe!

So muss ich heute meinen Kleiderschrank umstellen, so wie ich mein Einkaufsverhalten, den Konsum von Lebensmitteln auch auch von Konsumgütern umgestellt habe.

Back to the roots, same size

Ich freue mich über jeden den ich auf unserem Weg treffe, der nicht alles einfach akzeptiert oder aus dem gewohnten Konsumverhalten konsumiert. Ich sage nicht, dass wir heute gut sind, aber wir konnten unsere Verpackungen im gelben Sack gut halbieren und für dieses Jahr steht ein Projekt auf dem Plan um unseren Verpackungsmüll auf ca. 25% des Startanteils zu reduzieren.

Wenn jeder seine Energie dafür einsetzen würde sein eigenes Verhalten regelmäßig zu prüfen statt auf junge Menschen zu schimpfen die dieses Verhalten anprangern, wäre unsere Welt einen Schritt weiter.

Kreuzfahrtschiffe fahren nicht, wenn keiner mitfährt und Verpackungen werden nicht produziert wenn sie keiner kauft. Erzählt meinen Kindern keinen Schmarren!

PS: Meine neue Marken Jeans aus reiner Baumwolle werden in Europa produziert und sind 50% günstiger wie die meiner alten Marke. Ich würde mich freuen wenn mehr Hersteller die Zeichen der Zeit erkennen!

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