Camping 2.20

Über 20 Jahre war zumindest ich nicht mehr campen. Einen so ganz konkreten Grund gibt es dafür eigentlich nicht. Nach der Erfahrung im aktuellen Urlaub war es wohl am ehesten das „erdnahe“ Liegen. Aber das hat sich ja erübrigt.

Durch unser Dachzelt schlafen wir jetzt in gut 2,20 Meter Höhe und das ist ein gewaltiger gefühlter Unterschied. Dazu kommt eine Schaumstoffmatraze, auf der man fast so gut wie zu Hause gebettet ist, und die Stossdämpfer des Defenders die einen beim Umdrehen sanft in den Schlaf schaukeln.

Unser Wohnkomfort war damit bereits in der ersten Nacht wirklich perfekt.

Aber auch alle von uns angesteuerten Camping-Plätze waren gut bis sehr gut. Das hätte ich in Ländern wie Rumänien oder Bulgarien jetzt nicht wirklich erwartet, dieses Vorurteil ist jetzt auch passe. Ein weiterer Vorteil der Camping-Plätze im Vergleich zu den Mobile Homes ist, nicht buchen zu müssen. Wir haben auf jedem Platz unser Plätzchen gefunden, mussten nie wegen eines „ekeligen“ Platzes weiterfahren oder abbrechen. Nur einmal sind wir sofort runter vom Platz, aber das lag an einem sein Revier verteidigenden Dauercamper 😉

In der Nähe von Istanbul wurde es auch mal etwas enger auf einem Camping-Platz

Der Vorteil überall mit einer fünfköpfigen Familie ein bezahlbares Plätzchen zu finden ist für unsere Art zu reisen nicht zu verachten. Die Kosten lagen meist zwischen 15.- und Euro 20.-, im Vergleich hätte ein Mobile Home für uns in dem Zeitraum ca. Euro 85.- gekostet, ein Hotel (1 Zimmer) eher Euro 120.-.

Bleibt die Selbstversorgung die wir uns in den letzten Urlauben angewöhnt haben. Dazu gehören unsere Spezialitäten wie Miesmuscheln oder Gambas. Geht das mit einer Küche zu der man sich runter bücken muss?

Wir haben (für uns unüblich) einen Koffer gepackt. Irgendwo mussten die Küchenutensilien ja hin. Ausgestattet mit zwei einzelnen Gasbrennern (die auf die gleiche (wechselbare) Kartusche setzen, von denen einer als Grill fungieren kann) und einem klaren Verzicht auf zu viel Küchenequipment ging es an den Start. Unser Küchenkoffer war spartanisch aber eben perfekt für uns.

Und was soll ich sagen? Wir haben jedesmal landestypisch und hervorragend gegessen.

Wir waren gute 6 Tage auf der Hinreise unterwegs, heißt wir haben jeden Tag auf- und abgebaut, aber selbst das war weniger ein Stressfaktor wie eine leibgewonnene Beschäftigung. Der Aufbau klappte dann in gut 15 Minuten, der Abbau in ca. 30 Minuten.

Hat unserer Ausstattung was gefehlt? Wenn was gefehlt hat war es ein Schattenspender für den Fall, dass wir mal nicht in der Lage waren unter einem Olivenbaum zu parken. Dafür finden wir aber noch eine Lösung.

Und so hat uns unser Ausflug Lust auf mehr Ausflüge, auch mal für eine Nacht an einen nahegelegenen Camping-Platz mit See, gemacht. Das Dachzelt bleibt jedenfalls für den Sommer auf dem Dach.

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